Obwohl die Aufzeichnungspflichten der US-Arbeitsschutzbehörde (OSHA) Arbeitgeber mit zehn oder weniger Beschäftigten von der Pflicht zur Erfassung nicht schwerwiegender Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten befreien, müssen alle Arbeitgeber, unabhängig von ihrer Größe, die geltenden OSHA-Vorschriften einhalten, um die Sicherheit ihrer Beschäftigten zu gewährleisten. „Alle geltenden OSHA-Vorschriften“ beziehen sich sowohl auf die bundesstaatlichen OSHA-Vorschriften als auch auf die OSHA-Vorschriften der einzelnen Bundesstaaten. Derzeit haben 22 Bundesstaaten die Genehmigung der OSHA erhalten, ihre eigenen Arbeitsschutzprogramme zu verwalten. Diese staatlichen Programme gelten für Unternehmen der Privatwirtschaft, einschließlich kleiner Betriebe, sowie für Landes- und Kommunalverwaltungen.
Die OSHA verpflichtet Einzelunternehmer (ohne Angestellte) nicht zur Einhaltung ihrer Arbeitgebervorschriften. Dennoch sollten auch diese Kleinunternehmer die geltenden Bestimmungen beachten, um ihre Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.
Das Tragen von Atemschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen oder giftigen Chemikalien, die Verwendung von Absturzsicherungen bei Arbeiten in der Höhe oder das Tragen von Gehörschutz in lauter Umgebung sind beispielsweise nicht nur für Unternehmen mit Angestellten wichtig. Diese Schutzmaßnahmen sind auch für die Arbeit von Einzelpersonen sinnvoll. An jedem Arbeitsplatz besteht die Möglichkeit von Arbeitsunfällen, und die Einhaltung der OSHA-Vorschriften trägt dazu bei, dieses Risiko zu minimieren.

Die OSHA schätzt insbesondere, dass die Einhaltung der Lockout/Tagout-Vorschriften (üblicherweise mit dem Akronym LOTO abgekürzt) jährlich etwa 120 Menschenleben retten und rund 50.000 Verletzungen verhindern kann. Daher zählt die Nichteinhaltung der Vorschriften in fast jedem Jahr, in dem die OSHA die Liste veröffentlicht, zu den zehn häufigsten Verstößen.
Die bundesstaatlichen und einzelstaatlichen Sperr- und Kennzeichnungsvorschriften der OSHA beschreiben detailliert die Schutzmaßnahmen, die Arbeitgeber ergreifen, um ein versehentliches Einschalten von Maschinen und Anlagen aufgrund menschlichen Versagens oder Restenergie während Reparatur- und Wartungsarbeiten zu verhindern.
Um ein unbeabsichtigtes Anlaufen zu verhindern, werden Maschinen und Geräte, die als „gefährlich“ eingestuft werden, nach dem Abschalten mit Schlössern gesichert und entsprechend gekennzeichnet. Die OSHA definiert „gefährliche Energie“ als jede Energie, die eine Gefahr für Mitarbeiter darstellen kann, einschließlich, aber nicht beschränkt auf elektrische, mechanische, hydraulische, pneumatische, chemische und thermische Energie. Diese Schutzmaßnahmen sollten auch von Einzelunternehmern in Kleinbetrieben angewendet werden.
Kleinunternehmer fragen sich oft: „Was kann schon schiefgehen?“ Man denke nur an den schweren Unfall, der sich im August 2012 im Werk der Bacardi Bottling Corp. in Jacksonville, Florida, ereignete. Die Bacardi Bottling Corp. ist zwar kein kleines Unternehmen, doch viele kleine Betriebe haben dieselben Prozesse und Abläufe wie große. So nutzte das Unternehmen beispielsweise automatische Palettieranlagen. Ein Aushilfsmitarbeiter im Bacardi-Werk reinigte am ersten Arbeitstag die automatische Palettieranlage. Ein anderer Mitarbeiter, der den Aushilfsmitarbeiter nicht sah, startete die Maschine versehentlich, und dieser wurde von der Maschine tödlich verletzt.
Abgesehen von Quetschunfällen kann die Nichtbeachtung der LOTO-Schutzmaßnahmen zu Verbrennungsunfällen mit schweren Verletzungen und Todesfällen führen. Fehlende LOTO-Kontrolle elektrischer Energie kann schwere Stromschläge und sogar den Tod durch Stromschlag zur Folge haben. Unkontrollierte mechanische Energie kann Amputationen verursachen, die ebenfalls tödlich enden können. Die Liste möglicher Gefahren ist endlos. Die Anwendung der LOTO-Schutzmaßnahmen kann viele Leben retten und zahlreiche Verletzungen verhindern.
Bei der Entscheidung, wie LOTO und andere Schutzmaßnahmen am besten umgesetzt werden können, berücksichtigen kleine und große Unternehmen stets Zeit- und Kostenaspekte. Manche fragen sich vielleicht: „Wo fange ich an?“
Für Kleinunternehmen gibt es eine kostenlose Möglichkeit, Schutzmaßnahmen umzusetzen, egal ob es sich um Einzelunternehmer oder Betriebe mit mehreren Mitarbeitern handelt. Die OSHA-Planungsbüros auf Bundes- und Landesebene bieten kostenlose Unterstützung bei der Ermittlung potenzieller und tatsächlicher Gefahren am Arbeitsplatz. Sie geben auch Lösungsvorschläge. Eine weitere Option ist die Beratung durch einen lokalen Sicherheitsberater. Viele bieten günstige Preise für Kleinunternehmen an.
Ein häufiges Missverständnis in Bezug auf Arbeitsunfälle ist die Annahme: „Mir wird das nie passieren.“ Aus diesem Grund werden Unfälle auch als Unfälle bezeichnet. Sie sind unerwartet und meist unbeabsichtigt. Doch auch in kleinen Betrieben können Unfälle passieren. Daher sollten Kleinunternehmer stets Schutzmaßnahmen wie LOTO (Lockout/Tagout) ergreifen, um die Sicherheit ihrer Betriebsabläufe und -prozesse zu gewährleisten.
Dies mag zwar Kosten und Zeitaufwand verursachen, doch sicheres Arbeiten gewährleistet, dass Kunden ihre Produkte und Dienstleistungen zum gewünschten Zeitpunkt erhalten. Vor allem aber sorgt sicheres Arbeiten dafür, dass Unternehmer und Angestellte am Ende des Arbeitstages sicher nach Hause kommen können. Die Vorteile sicheren Arbeitens überwiegen bei Weitem den Zeit- und Kostenaufwand für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
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Veröffentlichungsdatum: 14. August 2021
