Wie man das richtige Sicherungsautomaten-Verriegelungsgerät auswählt
Ich möchte Ihnen von einem Vorfall berichten, der sich in der Fabrik wiederholt hat: Vor Beginn der elektrischen Wartungsarbeiten schaltete jemand den Leistungsschalter im Verteilerschrank auf „AUS“, hängte ein Schild auf und ging davon aus, dass alles in Ordnung sei. Das benachbarte Team, das nichts von den Wartungsarbeiten wusste, kam jedoch zurück und schaltete den Leistungsschalter einfach wieder ein – die Anlage lief daraufhin plötzlich an, und die Wartungsarbeiter wären beinahe verunglückt.
Die Funktion einer Leitungsschutzschalter-Sperre besteht darin, den Zustand von „vermutlich ausgeschaltet“ auf „niemand kann ihn einschalten“ zu ändern. Das Problem ist jedoch, dass Leitungsschutzschalter in vielen verschiedenen Formen und Größen erhältlich sind und es dementsprechend zahlreiche Sperrvorrichtungen gibt. Dieser Artikel hilft Ihnen, vor dem Kauf die richtige Wahl zu treffen, damit Sie nicht versehentlich etwas kaufen, das sich später nicht installieren lässt.
Zunächst sollten Sie sich mit dem Leistungsschalter vertraut machen.
Bevor Sie das Schloss kaufen, vergewissern Sie sich, welchen Typ von Leitungsschutzschalter Sie haben. Denn verschiedene Leitungsschutzschalter haben völlig unterschiedliche Verriegelungsmechanismen.
Leitungsschutzschalter (LS-Schalter). Der am häufigsten in Verteilerkästen zu findende Typ mit fingerbreiten, schwarzen Hebeln, die in Reihen angeordnet sind. Er lässt sich am einfachsten verriegeln und bietet die größte Auswahl an kompatiblen Schlössern.
Leistungsschalter mit Rahmen (MCCB). Er ist größer als Leitungsschutzschalter (MCB), hat einen breiteren und dickeren Griff und eine höhere Strombelastbarkeit. Er wird üblicherweise im Hauptverteilerschrank der Werkstatt oder im Stromkreis eines einzelnen großen Geräts eingesetzt. Das Schloss muss exakt auf die Größe des Griffs abgestimmt sein.
Leistungsschalter mit Rahmen (ACB). Die größte Bauart, Standard in industriellen Verteilerräumen. Der Griff ist recht groß, und einige Modelle sind nicht als Hebel-, sondern als Drehgriff ausgeführt. Die Verriegelungsmethode unterscheidet sich grundlegend von den beiden vorherigen Bauarten.
Drehschalter. Es handelt sich nicht um einen Kippschalter, sondern um einen Drehschalter, der mit einem Schlüssel oder einem Griff betätigt werden kann. Der Verriegelungsmechanismus blockiert die Drehung.
Druckknopf-Leistungsschalter. Einige ältere Geräte verwenden Druckknopf-Leistungsschalter. Durch Drücken wird der Schalter ausgeschaltet, durch Herausziehen eingeschaltet. Hierfür ist eine Abdeckungsverriegelung erforderlich.
Erster Vorschlag: Gehen Sie zur Vorderseite des Verteilerschranks und fotografieren Sie Marke und Modell jedes einzelnen Leitungsschutzschalters. Achten Sie dabei besonders auf Form, Griffbreite und den Platz daneben. Zeigen Sie die Fotos anschließend dem Lieferanten. Das ist hundertmal zuverlässiger, als am Telefon nur „ungefähr so breit“ zu beschreiben.
Mehrere gängige Arten von Leitungsschutzschalter-Verriegelungen
1. Einrast-/Klemmtyp – Die einfachste Variante
Dieses Schloss wird direkt am Hebel des Leitungsschutzschalters befestigt. Im geschlossenen Zustand wird ein Verriegelungsstift durch die Verriegelungsöffnung eingeführt, um es zu sichern. Die Montage ist werkzeuglos und in wenigen Sekunden erledigt.
Das Prinzip ist ganz einfach: Sobald der Hebel gegriffen wird, lässt er sich nicht mehr bewegen. Beim Loslassen blockiert er aufgrund eines mechanischen Totpunkts.
Anwendbare Objekte: Miniatur-Leistungsschalter (MCBs) in Standardbreite, sofern die Hebelbreite etwa 8-12 mm beträgt.
Welche Einschränkungen gibt es? Bei extrem breiten oder extrem schmalen Hebeln lässt sich kein sicherer Halt finden. Auch wenn mehrere Leistungsschalter nebeneinander angeordnet sind und in der Nähe nicht genügend Platz zum Arbeiten vorhanden ist, können die Klemmen nicht eingesetzt werden.
2. Einrast-/Durchstecktyp – Für in Schalttafeln montierte Leistungsschalter
Manche Leitungsschutzschalter haben neben dem Kipphebel eine kleine runde Öffnung, die speziell zum Verriegeln vorgesehen ist. Stecken Sie einen kleinen Stift in diese Öffnung und sichern Sie ihn mit einem Schloss, dann ist der Hebel verriegelt.
Anwendbare Objekte: Kunststoffumspritzte Leistungsschalter mit eingebautem Verriegelungsmechanismus (MCCB) und einige MCBs in Industriequalität.
Vorteile: Einmal installiert, ist es sehr stabil und kann kaum abfallen. Nachteile: Wenn in Ihrem Sicherungskasten keine entsprechende kleine Öffnung vorhanden ist, ist es nutzlos.
3. Drehgriffverriegelung – Ideal für Drehschalter
Die Konstruktion des Drehgriffschlosses unterscheidet sich von der eines Hebelschlosses. Ein Hebelschloss lässt sich gar nicht montieren. Das Drehgriffschloss besteht üblicherweise aus einer Abdeckung oder einem Klemmring, der um den Griff gelegt wird, um dessen Drehung zu verhindern.
Kaufkriterium: Achten Sie auf den Außendurchmesser und die Form des Griffs. Manche sind rund, manche flach, manche haben Schlüssellöcher. Schon wenige Millimeter Unterschied können dazu führen, dass er nicht passt. Messen Sie mit einem Messschieber; verlassen Sie sich nicht auf Ihr Augenmaß.
4. Geschlossene/Kastenförmige Ausführung – Verriegelung für eine ganze Reihe
Wenn mehrere Reihen von Leistungsschaltern in einem Verteilerschrank gleichzeitig gesperrt werden müssen, wäre das nacheinander Absperren ineffizient. Das beiliegende Schloss ist eine transparente Kunststoffabdeckung, die eine ganze Reihe oder Gruppe von Leistungsschaltern abdeckt. Nach dem sicheren Anbringen wird sie mit einem Schloss fixiert.
Vorteile: Verriegelt alle Teile gleichzeitig. Vorsichtsmaßnahmen: Geeignet für Verteilerkästen mit übersichtlich angeordneten und standardisierten Leitungsschutzschaltern. Sind die Leitungsschutzschalter im Verteilerkasten schief angeordnet oder weisen sie unregelmäßige Abstände auf, schließt der Deckel möglicherweise nicht richtig.
5. Universeller Typ / Zugstangentyp – Eine Option im äußersten Notfall
Manche Leitungsschutzschalter haben so ungewöhnliche Formen, dass keines der Standard-Schlösser passt. In solchen Fällen kann eine universelle Leitungsschutzschalter-Verriegelung mit Zugstange verwendet werden – im Prinzip ein verstellbarer Verriegelungsmechanismus. Durch Festziehen der Schrauben oder Ziehen an der Schnur lässt sich der Schalter in der AUS-Position arretieren und anschließend mit einem Vorhängeschloss sichern.
Ehrlich gesagt ist die Stabilität dieser Schlossart nicht so gut wie die von Spezialschlössern. Sie funktionieren zwar, aber wenn es eine bessere Alternative gibt, sollte man sich für ein Spezialschloss entscheiden. Das Universalschloss ist nur im Notfall und nicht als erste Wahl geeignet.
Veröffentlichungsdatum: 02.07.2026

