Sperr- und Kennzeichnungsverfahren: Wartung elektrischer Anlagen
Die einzige Ausnahme von dieser Regel gilt für autorisierte Personen, und zwar nur dann, wenn dies aufgrund von Konstruktions- oder Betriebsbeschränkungen der Anlage unbedingt erforderlich ist. In diesem Fall müssen andere Arbeitspraktiken zum Schutz dieser Person – und letztendlich aller Beteiligten, ob autorisiert oder nicht – eingehalten werden. Sie müssen sich vor jeglichem Kontakt mit spannungsführenden elektrischen Bauteilen schützen. Dieser Schutz kann durch Abschirmung, isolierende Werkzeuge oder Schutzhandschuhe und -kleidung gewährleistet werden, um elektrische Energie ordnungsgemäß zu isolieren und die Exposition gegenüber elektrischen Gefahren gemäß der Lockout-Tagout-Richtlinie des Unternehmens zu verhindern. Das System oder ein Teil davon muss gesperrt und gekennzeichnet werden.

Unter Verriegelung versteht man das Anbringen von Sperr- und Kennzeichnungsvorrichtungen an einer Energietrennvorrichtung (z. B. einem elektrischen Trennschalter) gemäß schriftlichen Verfahren, um sicherzustellen, dass die Trennvorrichtung nicht durch fahrlässige oder versehentliche Betätigung aktiviert wird, bis die Sperr- und Kennzeichnungsvorrichtung von einer Anzahl von Mitarbeitern sicher entfernt wurde.

Vor Inbetriebnahme der elektrischen Anlage müssen alle Trennvorrichtungen gemäß dem Lockout-Tagout-Verfahren gesichert werden. Die Verriegelungen müssen fest und unzerbrechlich sein. Das Etikett muss einen Hinweis enthalten, der das Einschalten oder Betreiben der Vorrichtung sowie das Entfernen des Etiketts verbietet. Zusätzlich muss autorisiertes Personal die Stromversorgung der getrennten Schaltungskomponenten und -teile überprüfen. Elektrische Anlagen dürfen niemals als „spannungslos“ betrachtet werden; eine Überprüfung ist stets erforderlich. Bei elektrischen Anlagen mit mehr als 600 V muss autorisiertes Personal die Prüfgeräte vor und unmittelbar nach der Inbetriebnahme verwenden, um den ordnungsgemäßen Betrieb sicherzustellen. Ein sehr wichtiger Sicherheitsvorgang ist das Wiedereinschalten der elektrischen Trennschalter. Im Falle eines Stromausfalls müssen Sie und andere Mitarbeiter sich von den elektrischen Anlagen fernhalten.

Halten Sie sich von einem Kurzschlussschutzschalter fern. Schalten Sie den Schalter ein oder aus, indem Sie seitlich neben dem Schrank stehen, sodass sich keine Scharniere im Bereich des Schalters befinden. Halten Sie Hände und Arme in der Nähe des Schalters, sodass Ihr Kopf vom Schrank weggedreht ist. Achten Sie darauf, dass der Schalter nicht versagt, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Ein Lichtbogen kann entstehen. Obwohl dies selten vorkommt, ist es möglich und kann passieren. In diesem Fall könnten Sie von der Schranktür getroffen und durch einen starken Lichtbogen schwer verbrannt werden.

Veröffentlichungsdatum: 07.08.2021
