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LOTO-Wärmebehandlungsereignis

Im Jahr 2020 ereignete sich in den USA ein Wärmebehandlungsunfall, bei dem zwei Mitarbeiter ums Leben kamen. Ursache war die Nichteinhaltung der Sicherheitsvorschriften (Lockout/Tagout – LOTO) und der Vorschriften für beengte Räume.

Dieser Unfall verdeutlicht, dass die Wärmebehandlung ein sehr gefährliches Arbeitsfeld ist. Wasser, Gas, Elektrizität und andere Gefahrenstoffe sind allgegenwärtig. Fehlbedienungen, Unachtsamkeit und ähnliches können lebensbedrohliche Folgen haben. Angesichts der immer strengeren Umwelt- und Qualitätsanforderungen setzen immer mehr Unternehmen auf Vakuumöfen mit Luftkühlung, die die Sicherheit von Vakuumöfen und Schutzgasen gewährleisten. Dieser Unfall erinnert an einen ähnlichen Fall. Er ereignete sich am 17. Mai 2001 um 9:30 Uhr, als ein Wartungsarbeiter an einer Hydraulikleitung in einem Vakuumofen arbeitete. Der Ofen ist seitlich offen und verfügt über ein Abschreckbecken mit einem Durchmesser von 1,8 Metern und einer Tiefe von 2,7 Metern. Sobald das Werkstück in den Hebelift des Abschreckbeckens eingelegt wird, wird der Ofen mit Schutzgas oder Stickstoff anstatt mit Vakuum gefüllt. Zur Reparatur der Hydraulikleitung war der Öltank drei Tage zuvor entleert und der Motor am Boden des Abschreckbeckens installiert worden. Der Instandsetzungsarbeiter stürzte bei der Arbeit in einen leeren Tank. Sein Vorgesetzter hörte den Hilferuf und kletterte in den Ofen, um ihm zu helfen. Kollegen, die den Hilferuf ebenfalls gehört hatten, trafen am Unfallort ein und fanden den Instandsetzungsarbeiter auf der Hebebühne liegend vor, neben ihm der Vorgesetzte. Zu diesem Zeitpunkt war das Bedienfeld des Ofens eingeschaltet und die Schalter für Argon und Stickstoff aktiviert. Die Gaszufuhr wird während der Wärmebehandlung normalerweise durch ein Magnetventil gesteuert. Es war unklar, warum die Gaszufuhr begonnen hatte und welche Art von Gas in den Ofen gepumpt wurde. Spätere Zeugen gaben an, der Schalter im Schaltschrank habe auf Argon eingestellt. Die Instandsetzungsarbeiter und Vorgesetzten trugen weder Helme noch Sicherheitsgurte. Als die Feuerwehr schließlich eintraf, war es bereits zu spät, um sie ins Krankenhaus zu bringen. Der Autopsiebericht stellte als Todesursache Ersticken fest.

LOTO (Lockout-Tagout) ist eine OSHA-konforme Methode zur Vermeidung von Personenschäden durch die Isolierung oder Absperrung bestimmter gefährlicher Energiequellen. Sie ist weltweit weit verbreitet und hat sich nun auch in China etabliert. Entsprechende Erläuterungen finden sich im Arbeitsschutzgesetz. Spezifische Bestimmungen enthält zudem die einzige nationale, verbindliche Norm für die Wärmebehandlungsindustrie, GB 15735:2012, „Sicherheits- und Hygieneanforderungen für die Wärmebehandlung von Metallen“. Ziel ist der Schutz von Mitarbeitern vor Schäden durch Maschinenenergie. Dies betrifft alle Mitarbeiter, die mit Maschinen oder Anlagen in Kontakt kommen oder in deren Nähe arbeiten, die Energie speichern oder erzeugen. Die konkrete Methode besteht darin, die Stromzufuhr bei der Installation, Wartung, Justierung, Inspektion oder Reinigung von Anlagen zu unterbrechen. Wenn die Absperrung nicht verfügbar ist, wird dies durch ein entsprechendes Etikett gekennzeichnet. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Stromzufuhr überprüft.


Veröffentlichungsdatum: 19. Juni 2021